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Datenschutz

Datenschutz: die zehn Stufen

Darf ich mit Kundendaten in eine KI?

Diese Frage höre ich in fast jedem Gespräch. Und sie ist berechtigt.

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Auf deine Daten, deinen Beruf und darauf, welche KI du nutzt.

Deshalb gibt es bei mir die Datenschutz-Stufe. Sie reicht von 1 bis 10. Jede Stufe hat Folgen: für die Wahl des Anbieters, für die Kosten und für den Aufwand.

Das unterscheidet eine eingerichtete KI von „mach dir einfach einen Account“.

Die zehn Stufen im Überblick

  1. Datenschutz spielt keine Rolle. Jeder Anbieter ist möglich, auch kostenlose Privat-Zugänge.
  2. Grundschutz: seriöser Anbieter, sichere Passwörter, keine heiklen Daten in die KI.
  3. Deine Eingaben dürfen nicht zum Training der KI genutzt werden.
  4. Vertrag mit dem Anbieter zur Auftragsverarbeitung, Business-Zugang statt Privat-Tarif.
  5. Deine Daten werden in der EU gespeichert, auch wenn der Anbieter aus den USA kommt.
  6. Nur europäische Anbieter, keine US-Konzerne.
  7. Europäischer Anbieter und Berufsgeheimnis: Verschwiegenheit nach § 203 StGB [Strafgesetzbuch], Einrichtung nur mit Beispieldaten.
  8. Keine Daten von Klienten oder Kunden in der Cloud. Die KI hilft nur bei Texten und Verwaltung ohne Personenbezug.
  9. Eigene KI auf eigenem Server in Europa, mit offenen Modellen.
  10. Nur lokal: KI auf dem eigenen Firmenrechner, nichts geht ins Netz.

Wie finden wir deine Stufe?

Im Beratungsgespräch gehen wir gemeinsam sechs Fragen durch. Du musst dich vorher durch nichts durcharbeiten.

  1. Welche Daten sollen in die KI?
  2. Unterliegst du einer beruflichen Schweigepflicht?
  3. Wer darf deine Daten verarbeiten?
  4. Was wiegt schwerer: der größte Leistungsumfang oder der Datenschutz?
  5. Darf die KI im Internet laufen, also in der Cloud?
  6. Bist du bereit, für mehr Datenschutz mehr zu zahlen?

Aus deinen Antworten ergibt sich deine Stufe. Und damit, welche KI in Frage kommt, was sie kann und was sie im Monat kostet.

Stufe 1 bis 5: alle großen Anbieter

In diesen Stufen kommen alle großen Anbieter in Frage: Mistral, Claude, Gemini, ChatGPT oder Grok, je nach Aufgabe.

Du bekommst den vollen Leistungsumfang, zum Beispiel Bilder und Videos erstellen oder programmieren.

Die laufenden Kosten: ein Abo je Anbieter, meist 15 bis 25 € im Monat. Keine Hardware, monatlich kündbar.

Was ab Stufe 6 passiert

Ab Stufe 6 kommen nur noch europäische Anbieter in Frage. Unter den großen ist das heute Mistral mit Sitz in Paris. Die App dazu heißt Mistral Vibe (früher Le Chat).

Das Training mit deinen Eingaben wird abgeschaltet.

Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung bietet Mistral für Geschäftskunden. Welcher Tarif ihn enthält, prüfen wir vor der Einrichtung.

Was Mistral gut kann: Texte, Diktat, Handschrift vom Foto lesen, Dokumente.

Ehrlich dazu: Bei Bildern, Videos und beim Programmieren sind die US-Anbieter heute stärker.

Was es kostet: Mistral Pro 14,99 € im Monat, Team 24,99 € je Nutzer, mindestens 50 € im Monat (Stand September 2026). Keine Hardware, monatlich kündbar.

Stufe 7: wenn du einer Schweigepflicht unterliegst

Arbeitest du in einem Heilberuf, in der Therapie, im Recht oder in der Steuerberatung? Dann landest du mindestens bei Stufe 7.

Stufe 7 heißt: europäischer Anbieter und Berufsgeheimnis, also Verschwiegenheit nach § 203 StGB. Eingerichtet wird nur mit Beispieldaten.

Ob und wie du danach echte Daten nutzen darfst, entscheide nicht ich. Das klärst du mit deiner Datenschutz-Beratung oder deiner Kammer. Ich liefere die Technik und die Quellen dazu.

Stufe 8: keine Personendaten in der Cloud

In Stufe 8 gehen keine Daten von Klientinnen, Klienten oder Kunden in die Cloud.

Die KI hilft dann bei Texten und Verwaltung ohne Personenbezug. Auch das spart Zeit, zum Beispiel bei Vorlagen, Anschreiben ohne Namen oder Recherche.

Stufe 9 und 10: eine eigene KI im Haus

Hier läuft die KI nicht mehr beim Anbieter, sondern bei dir. Dafür nutzen wir offene Modelle, die man herunterladen darf.

Stufe 9: Die KI läuft auf einem gemieteten Server mit Grafikkarte. Bei Hetzner kostet so ein Server etwa 214 € netto im Monat, dazu einmalig 209 € Einrichtung. Das Rechenzentrum steht dann in Helsinki, also in der EU. Mit Standort Deutschland beginnt es bei etwa 1.199 € netto im Monat und 599 € Einrichtung (Stand September 2026).

Quelle: Hetzner, Server mit Grafikkarte: hetzner.com/de/dedicated-rootserver/matrix-gpu

Stufe 10: Die KI läuft auf deinem eigenen Rechner. Nichts verlässt das Haus. Ein Rechner für lokale KI-Modelle kostet ab etwa 1.000 € und je nach Leistung bis etwa 9.500 € (Stand September 2026), dazu Strom. Den Kauf solltest du vorher mit deiner Steuerberatung durchrechnen.

Ehrlich dazu: Offene Modelle sind deutlich kleiner als die großen Cloud-Modelle. Für Texte, Zusammenfassungen und Diktat reichen sie. Bilder und Videos auf Cloud-Niveau gibt es damit nicht.

Die Stufen 9 und 10 sind ein Sonderprojekt mit eigener Kalkulation, kein Katalogpreis. Den Festpreis bekommst du nach einem Vorgespräch.

Welche Daten hineindürfen: Entscheidung je Datenart

Die Stufe ist der Rahmen. Im Detail entscheiden wir in der Anforderungsaufnahme für jede Datenart einzeln:

  1. Klarnamen
  2. Adressen
  3. Geburtsdaten
  4. Gesprächsinhalte
  5. Termine
  6. Firmendaten

Für jede Datenart gibt es eine klare Antwort: ja, nur als Kürzel oder nie. Dazu klären wir die Einwilligung deiner Kundinnen und Kunden, die Aufbewahrung, die Gerätesperre und die Sicherungskopie.

Warum sich das für dich lohnt

Als Inhaberin, Inhaber oder Führungskraft trägst du die Verantwortung für die Daten deiner Kundinnen und Kunden.

Mit einer festen Stufe weißt du, was in die KI hineindarf und was nicht. Dein Team weiß es auch.

Und du zahlst nicht für mehr Schutz, als du brauchst. Aber auch nicht für weniger.

Häufige Fragen

Ist Mistral automatisch datenschutzkonform?

Nein, kein Anbieter ist das automatisch. Mistral sitzt in Frankreich, das macht das Datenschutzgespräch einfacher. Die Einstellungen, der Tarif und die Regeln für deine Daten gehören trotzdem dazu.

Kann ich die Stufe später ändern?

Ja. Wenn sich deine Daten oder dein Team ändern, schauen wir die Fragen noch einmal gemeinsam an.

Machst du eine Rechtsberatung zum Datenschutz?

Nein. Ich liefere die Technik und die Quellen. Rechtliche Fragen klärst du mit deiner Datenschutz-Beratung oder Kammer.

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